YMP - "Frei Schnauze"

Veröffentlicht am 28. März 2025 um 16:55

Foto: Julian Raggl


Am 01. 04. 2025 ist es endlich so weit, YMP veröffentlichen ihr erstes Album, mit sieben brandheißen Tracks aus ihrem gewaltigen Live-Repertoire. Das ist kein schlechter Aprilscherz, sondern eine verdammt geile Sache. Das wollte ich so nicht einfach stehen lassen und habe die Jungs das zweite Mal um ein kleines Interview gebeten

 

… Und das kam dabei raus …

 

Ihr habt bei eurem letzten Interview gesagt, dass ihr Metal ohne unsinniges Schubladendenken machen wollt. Hat sich das auf dem Album geändert, oder lebt ihr immer noch „Frei Schnauze“?

Wir probieren es immer noch „Frei Schnauze“.

Doch nach über 10 Jahren gemeinsamer Musik wissen wir genau, wie jeder von uns tickt. Dadurch  tendieren wir automatisch in eine Richtung, die uns als Band ausmacht. Schubladendenken ist nicht per se unsinnig – ich würde eher ein anderes Wort verwenden, das nicht so negativ behaftet ist. Vielleicht „Nische“ oder „Genre“ – dann weiß man ungefähr, wo man sich bewegt.

In unserem Fall haben wir uns auf „Groovy Death/Thrash Metal“ geeinigt, wobei sicherlich noch viele andere Einflüsse in unseren Sound einwirken.

 

Live wart ihr bereits sehr präsent. Ist das der Grund, warum die erste Veröffentlichung so lange auf sich hat warten lassen?

Nein. Es gab mehrere Gründe, warum das Album so viel Zeit gebraucht hat. Zum einen wollten wir, dass es sich selbst finanziert – also, dass wir nichts aus eigener Tasche zahlen müssen, sondern alles durch Gagen und Merchandise gedeckt wird. Dann gab es ein paar krankheitsbedingte Ausfälle, dazu kamen unsere Brotjobs, Urlaube usw. Irgendwann war die Motivation weg, und es hat uns einfach nur noch „angeschissen“.

Da ist dann ein paar viiiiele Monate gar nichts passiert.

Wir hatten dann eine „kleine“ Krisensitzung und haben uns zusammengesetzt, um zu klären, was wir eigentlich wollen. Und das ist im Wesentlichen: gemeinsam Musik machen! Live – ohne große Aufnahmeprozeduren. Egal, ob auf der Bühne oder im Proberaum. Wir haben uns dann auf einen sechsmonatigen „Schlachtplan“ geeinigt, in dem alles untergebracht war, was uns wichtig ist und erledigt werden musste.

Einer dieser Punkte war das Album!

 

Wie entsteht eure Musik? Arbeitet ihr nach einem bestimmten Konzept oder passiert das eher willkürlich?

Wir haben bemerkt, dass wir am effektivsten sind, wenn einer ein oder – im besten Fall – zwei Gitarrenriffs mitbringt. Dann spielen wir einfach drauf los und lassen der Kreativität freien Lauf. Meistens kommt Julian oder Dave mit einer Grundidee, wirft sie in den Proberaum und sagt: „Da, macht was draus!“ Wir arbeiten so lange an den Songs, bis jeder möglichst zufrieden damit ist. So gewährleisten wir nicht nur für uns, sondern auch für das Publikum, dass wir Musik aus tiefster Überzeugung machen und dabei authentisch bleiben. Keine Kompromisse – entweder ganz oder gar nicht!

Das ist unser Konzept.

 

Was ist euch als Band wichtig?

Zusammenzubleiben!

Uns ist bewusst, wie schwierig es ist und wie viel Glück es braucht, Menschen zu finden, die dieselbe Leidenschaft für Musik teilen.Wir sind Freunde und teilen eine gemeinsame Geschichte – das soll Bestand haben.

Und natürlich: noch mehr fette Mucke, geile Konzerte und eine verdammt gute Zeit!!!

Solange es geht!!!

 

Steckt hinter Titeln wie „Halt dei schintiges Maul“ auch eine Message, oder geht es einfach nur darum, Spaß zu haben und energiegeladen aufzutreten?

Auf jeden Fall haben unsere Texte und unsere Musik eine Message! Aber es liegt nicht an uns, diese den Leuten auf die Nase zu binden. Unser Publikum, besonders in unserer Nische, ist clever! Zum einen verstehen die Leute, was wir sagen wollen. Zum anderen nimmt sich sowieso jeder das mit, was er oder sie gerade daraus ziehen will. „Schintiges Maul“ ist dabei universell einsetzbar – das passt einfach in jede Situation! Wenn das Publikum den Song mitsingt, kann man förmlich spüren, wie jeder sein individuelles „schintiges Maul“ grölt.

Wir lieben diesen Moment im Set!

 

Kennt man die sieben Titel eurer Veröffentlichung schon, oder gibt es auch Songs, die bisher nicht live gespielt wurden?

Nein. Ich glaube, wir spielen generell viel mehr Songs live, die noch nicht veröffentlicht wurden. Ich denke, in unserem Fall ist eine Aufnahme eher eine dokumentierte Erinnerung an die Songs – bzw. für Menschen, die weiter weg leben –, da wir den Fokus eben aufs Live-Spielen legen. Wie eine Arbeit oder ein Projekt, das man erledigt hat, auf das man stolz ist und das man sich hin und wieder mal anhört, um dann etwas Neues zu beginnen.

 

Gibt es einen Auftritt, der euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ja! Mit Silius in Linz!

Das war eine kleine, gemütliche Bar. Silius hat den Anfang gemacht und ordentlich abgeliefert (was auch sonst). Alles cool, alles easy …

Als wir dann spielten, war die Stimmung super – bis zum vierten Song im Set.

Dann kam die Polizei und hat uns abgedreht. Warum und weshalb? Keine Ahnung … Offenbar hat sich ein Nachbar beschwert und gemeint, wir feiern da eine schwarze Messe und opfern Jungfrauen – oder irgendein anderer Schwachsinn.

Aber das Beste daran:

Als die Polizei vor der Bühne stand und uns recht aggressiv aufgefordert hat, aufzuhören, hat 

irgendjemand im Publikum „Woop-woop, that’s the sound of da police“ von KRS-One angestimmt – und fast die ganze Bar hat mitgesungen! Und Manu von Silius! Aber der wird sich wahrscheinlich nicht mehr an den Abend erinnern können. One Love, Bro!

 

Wird es auch eine Release-Show geben?

Es wird regelmäßige Shows geben, aber keine explizite Release-Show.

Jede Show von uns ist explizit!

 

Was sollte die Welt da draußen über YMP wissen?

Wir sind die perfekte Mischung aus Chaos und Energie – mal laut, mal sehr laut und mal echt verdammt laut – aber immer echt.

Und wir haben verdammt gute After-Show-Partys und ein verdammt sympathisches Publikum!

 

Kommt auf unsere Konzerte!!!!!

...

Dem Ganzen kann ich nur beipflichten. YMP sind für ihre energiegeladenen Konzerte, nach denen man in meinem Alter erst einmal eine dreitägige Heilkur benötigt, bekannt. Man merkt einfach, dass die Jungs lieben, was sie tun, egal ob sie darüber sprechen oder man ihnen auf der Bühne zusieht. Wer YMP noch nicht live erlebt hat, hat eindeutig etwas verpasst.

 

In diesem Sinne

 

Cheerz

 

Der Baer 🤘🏻 🐻 🤘🏻 

 

 

 

 




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